Fünf Jahre

Fünf Jahre ist es her. Na gut, ich gebe zu, dass ich etwas aufgerundet habe: Es ist fünf Jahre minus einem Tag her, dass ich im Licht eines sehr frühen Morgens an der mexikanischen Grenze stand und meine Wanderung auf dem PCT begann. Die Zeit vor diesem Tag ist wegen der gravierenden Veränderungen in meinem Leben ganz sicher die Wichtigere gewesen ist. Trotzdem denke ich doch immer wieder an diesen Aufbruch, in diesem Jahr ganz besonders. Denn auf meiner eher kurzen und nassen Wanderung in Spanien vor ein paar Wochen habe ich doch einige Erinnerungen an den PCT aufgefrischt. Und heute morgen, im Licht eines ziemlich frühen Morgens, ging mir auf, dass der Jahrestag wieder etwas ganz Besonderes ist, genau fünf Jahre später.

Ich habe ja ein ziemlich positives Verhältnis zu Zufällen aller Art, auch wenn ich immer wieder von Freunden mit dem Hinweis konfrontiert werde, dass es gar keine Zufälle gibt. Nun habe ich es nicht so mit dem Göttlichen, mit dem Universum, der Vorsehung oder ähnlichem. Mir reicht es, wenn ich etwas, das mir widerfährt, auf einen Zufall schieben kann, ganz unabhängig davon, ob es positiv oder negativ ist. Damals, vor fünf Jahren, ging es um gravierende Veränderungen in meinem Leben, sowohl innerlich als auch im Äußeren. Und so wirkt es auf mich wie ein Zufall, und es passt sehr gut, dass auch heute wieder ein Tag ist, an dem sich Veränderungen abzeichnen, genau fünf Jahre später.

Meine Zeit in Rottweil geht zu Ende. Heute war ich in Freiburg und habe meinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben. Damit endet zum Ende Mai meine Zeit als Linienbusfahrer und ich werde endlich wieder Reiseverkehr fahren. Für mich war es ein ungewöhnliches Erlebnis, dass ich eine innere Stimmigkeit erlebte, die es mir erlaubte, ohne Zögern den Vertrag zu unterschreiben, wo ich mir sonst mindestens einen Tag Bedenkzeit erbeten hätte. Und wie es der Zufall so will, habe ich auch gleich noch einen Besichtigungstermin für eine Wohnung gehabt. Eine schöne Wohnung südlich von Freiburg, und ich habe das Gefühl, dass ich sie bekommen kann, wenn ich sie haben möchte. Alles scheint sich für mich positiv zu fügen, genauso, wie sich damals alles gefügt hat, als ich mich auf den PCT vorbereitet hatte, genau vor fünf Jahren.

Ich habe durchaus Respekt vor den neuen Aufgaben und den Anforderungen, die ich an mich gestellt fühle. Darin spüre ich den Perfektionisten in mir erneut erwachen. Vor fünf Jahren jedoch hatte ich richtige Angst. Diese Veränderung erlebe ich als einen großen, persönlichen Erfolg. Heute freue ich mich einfach, auf eine ganz leise, ruhige Art, die zu mir zu passen scheint. Ich sehe einen Weg, der an einer Grenze beginnt, wo etwas Altes endet und etwas Neues beginnt. Genau fünf Jahre später!

Fünf Jahre

3 Gedanken zu „Fünf Jahre

  • 25. April 2022 um 12:32
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    Lieber Matthias, endlich komme ich dazu deine letzten Einträge zu lesen, da ich zZt krank geschrieben bin mit einem BG Unfall, das Knie, aber es geht schon wieder so lala. Ich freue mich sehr, dass Du endlich wieder Reisebus fahren kannst und ich hoffe, der neue Arbeitsvertrag stellt Dich zufrieden. Hat es mit der Wohnung geklappt? Lass uns mal wieder telefonieren. Alles Liebe, Inken

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  • 19. April 2022 um 9:59
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    Ich freue mich für Dich und dass Du einen Arbeitgeber gefunden hast, mit dem es anscheinend gleich „gefunkt“ hat. Alles Gute und viel Freude auf Deinen zukünftigen Reisen!!
    Roland

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  • 18. April 2022 um 16:39
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    Ich wünsche Dir alles Gute in Freiburg!

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