Kurzarbeit

Tja, Pech gehabt. Inzwischen ist es klar, dass mich, wie viele andere Menschen auch, die durch Corona ausgelöste Krise ziemlich trifft. In einem Telefonat heute Nachmittag erklärte mir mein derzeitiger Chef, dass es in der aktuellen Situation keine Möglichkeit geben wird, dass ich zu den bislang geltenden Bedingungen über den eigentlichen Austrittstermin hinaus in seinem Betrieb arbeiten kann. Es geht nicht, weil es nicht mehr sicher ist, dass der Busvekehr in bekanntem Umfang beibehalten wird. Ab Montag wird der Verkehr im Ferienmodus durchgeführt werden, was bereits eine deutliche Einschränkung im Umfang beinhaltet. Und es ist absehbar, dass auch dieser Betrieb auf Kurzarbeit umgestellt werden wird.

Mein neuer Chef steht natürlich zu der getroffenen Vereinbarung zur Zusammenarbeit. Aber es sind inzwischen alle Busreisen untersagt worden, sodass er gar keine Arbeit hat, für mich nicht und auch nicht für die anderen Fahrer. Und so fange ich meine neue Arbeitsstelle damit an, dass ich zu Hause sitzen und auf den Eingang des Kurzarbeitergeldes vom Arbeitsamt warten werde. Dieses Geld errechnet sich aus dem Lohn und beläuft sich auf 60% vom Netto. Bei mir wird es somit ein Betrag sein, der noch unter der Pfändungsfreigrenze liegt und der zur Deckung aller Kosten nicht reichen wird.

Ich will nicht jammern. Es ging mir ja schon bedeutend schlechter, vor allem psychisch. Andererseits ist es eine riesige Wunde aus alter Zeit: die Angst, nicht mehr alles bezahlen zu können. Die Endphase des Fotostudios hat schwere Schäden hinterlassen. Ich spüre diese altbekannte Angst wie einen steigenden Druck in mir. Und so versuche ich, ruhig zu bleiben, mich besonders auf positive Dinge zu fokussieren und die Hoffnung nicht zu verlieren, dass alles in absehbarer Zeit wieder ins Lot kommt und ich wieder arbeiten und mein Leben selbst finanzieren kann. Hoffentlich dauert es nicht zu lange.

Kurzarbeit

2 Gedanken zu „Kurzarbeit

  • 21. März 2020 um 21:35
    Permalink

    Hi Du, ich kämpfe den Klopapierkampf….täglich. Die Kunden sind völlig irre…ich könnt Dir Storys erzählen. Es tut mir soooo leid, dass Du jetzt so eine scheiss Situation hast, kann ich Dir irgendwie helfen? Meld Dich mal…LG, Inken

    Antworten
  • 19. März 2020 um 8:05
    Permalink

    Grüße aus dem Home-Office nach BWB! Unser Unternehmen ist zwar wissentlich noch nicht betroffen, aber alle, die von daheim aus arbeiten können tun das prophylaktisch. Habe erst jetzt gelesen, daß Du die Stelle gewechselt hast und wegen reduziertem Busverkehr daheim sitzt. Kopf hoch! Irgendwann ist auch dieser Virus Geschichte. Die Welt dreht sich weiter.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.