yellow ribbons

Ich bin wieder zurück in Deutschland. Nachdem sich für mich die Erkenntnis durchgesetzt hatte, dass es nicht mehr passt, weiter den PCT zu gehen, habe ich sofort Nägel mit Köpfen gemacht. Ich habe das Reisebüro angerufen und meinen Flug umbuchen lassen. Auf diese Weise konnte ich am Sonntagabend von San Francisco aus zurückfliegen, mit Zwischenhalt in London. Und erreichte Hannover gestern Abend gegen halb neun.

Die zwei Tage bis zum Abflug habe ich in San Francisco verbracht. Das war nicht in meinem ursprünglichen Plan enthalten gewesen. Ich fand es ja im Gegenteil witzig und elitär, in Kalifornien gewesen zu sein, ohne die normalen touristischen Highlights abgegrast zu haben. Nun war es aber so und irgendwie musste ich dafür einen Umgang finden. Ich fand ihn, als ich mich zu Fuß durch die Stadt bewegte und spürte, dass ich kein Bedürfnis auf Menschenansammlungen und touristische Ziele hatte. So beschloss ich, zur Golden Gate Brücke zu laufen, dicht am Strand. Und dann sah ich, dass sich bereits auf der Auffahrt zur Brücke die Autos stauten und der Verkehr auf der Brücke in beiden Richtungen sehr zähfließend war. Dazu stellte ich mir den Lärm und den Gestank auf der Brücke vor – und wusste sogleich, dass ich dort nicht hingehen musste. Statt dessen fand ich ein Stück Balken am Strand, auf das ich mich setzte. Dort konnte ich die relative Stille und die frische Luft genießen, den warmen Sand und die sich brechenden Wellen. Und blieb dort fast vier Stunden und holte mir einen Sonnenbrand im Gesicht. Aber ich brauchte nichts Anderes!

Wie ich es mir innerlich gewünscht habe, wurde ich am Flughafen von Michael und seinen Söhnen erwartet. Ein ganz besonderer Moment, vor dem ich auch Angst hatte – Angst, weil ich nicht wusste, wie ich reagieren würde und wie viel Emotionen in mir hochkommen würden. Aber es war so schön, erwartet und umarmt zu werden! Und als wir dann in Wolfenbüttel ankamen: siehe Bild!

Natürlich ist es viel zu früh, um ein Resümee ziehen zu wollen. Vieles wird sicher noch lange nachklingen, manche Erkenntnis muss auch noch reifen. Jedoch spüre ich in mir noch immer die Ruhe der richtigen Entscheidung. Natürlich bin ich, nach dem langen Flug und dem Mangel an Schlaf, noch ziemlich zermatscht und müde. Gleichzeitig bin ich ausgeglichen und mit mir im Reinen. Und daraus erwächst eine Ruhe, die mir neu ist. Ich habe um eine Entscheidung für mich gerungen und sie lange abgewogen, habe sie dann getroffen und dabei gelernt, wie es sich anfühlt, wenn sie die Richtige für mich ist. Dabei habe ich von meinen eigenen Erwartungen an mich Abstand genommen und mich nicht davon leiten lassen, was andere Menschen dazu sagen würden oder werden.

Was für eine himmlische Ruhe – innerlich!

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7 Gedanken zu „yellow ribbons

  • 26. Juni 2017 um 16:31
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    Ich freue mich auch, dass Du wohlbehalten angekommen bist. War etwas irritiert, weil ich Dir über Whatsapp geschrieben habe und Du Dich scheinbar ohne Antwort dort einfach abgemeldet hast. Jedenfalls wird weder Dein Name noch das bekannte Foto angezeigt und beim Anrufen erfahre ich, dass die (von mir gespeicherte) Nummer ungültig ist.
    Würde mich freuen, wenn Du Dich gelegentlich mal meldest.
    Alles Gute für einen Neustart in Deutschland!
    Irene

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  • 25. Juni 2017 um 3:40
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    Hi Matthias,

    ich freue mich sehr für Dich! Wir sind alle auf einer sehr individuellen Reise unterwegs. Und auf dem PCT ging und geht es nicht darum, in Kanada anzukommen. Es geht um die Reise selbst. Du hast für Dich sehr viel mitgenommen, gelernt und realisiert. Und es freut mich um so mehr, dass Du das gemacht hast, was sich nur für Dich gut anfühlt – egal was „andere“ vermeintlich denken, raten oder erwarten. Ich bin stolz auf Dich!

    Ich bin mir sicher, dass Du das Tal durchschritten hast und wieder auf dem Weg nach oben bist! Ich drück Dir die Daumen, dass sich die für Dich wichtigen Themen rütteln und sortieren.

    Es war toll, Dich getroffen und kennengelernt zu haben. Du bist ein toller Kerl! Fühl Dich gedrückt,
    Kaylee & Florian

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  • 21. Juni 2017 um 10:16
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    Herzlich Willkommen in der Heimat! Freue mich darauf, mit Dir über Deine Wanderzeit zu sprechen – zu schreiben!

    Antworten
  • 21. Juni 2017 um 10:00
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    Hallo Matthias,
    willkommen zurück in Deutscheland. 🙂
    Ich würde mich sehr freuen wenn du mich mal bei Gelegenheit besuchst!

    Es freut mich sehr zu lesen das es dir gut geht:
    Und daraus erwächst eine Ruhe, die mir neu ist. Ich habe um eine Entscheidung für mich gerungen und sie lange abgewogen, habe sie dann getroffen und dabei gelernt, wie es sich anfühlt, wenn sie die Richtige für mich ist.

    Ganz toll!!

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  • 20. Juni 2017 um 23:37
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    Welcome back home!!! Hast Du schon Pläne, wie es weiter gehen soll? Meld Dich doch mal. Ich bin übrings wieder in der Filiale in der Zellerau mit meinem Team. Längere Geschichte. Bussi, Inken

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  • 20. Juni 2017 um 22:36
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    Ich finde es sehr schön,dass Du wohlbehalten und mit Dir im Reinen wieder zurück bist.
    wir freuen uns auf Dich! TINA UND Norbert

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