Frankreich 3

Morgens sah es meist so aus:

Und bisweilen fand ich Außergewöhnliches am Weg:

Und nach 26 Tagen ohne Pause hatte ich das Gefühl, einen Pausentag einlegen zu dürfen. In Cahors, einer etwas größeren Stadt, bin ich also zwei Nächte geblieben. Ich hatte mir vorgenommen, den Ruhetag auch so zu nutzen und nicht zu laufen. Am Abend waren dann aber im Rahmen einer oberflächlichen Stadtbesichtigung doch fast 10 km zusammengekommen. Natürlich habe ich die berühmte Brücke besichtigt und auch die Kathedrale….

Der Ruhetag hat mir gut getan, ich war danach wieder richtig zügig unterwegs, und es fiel mir leicht, voranzukommen.

Bis ich, wieder einmal dank mangelhafter Übersicht meinerseits, nach über vierzig Kilometern in Moissac ankam. Das war meine teuerste Übernachtung, weil ich ins Hotel gehen musste, etwas Anderes war wegen der späten Stunde nicht mehr möglich. Wieder ist es nur der Kreuzgang, der mich wirklich faszinierte… Obwohl direkt neben der Außenmauer die Bahnstrecke verläuft.

Neben der Garonne und dem Tarn, der von der alten, von Napoleon initiierten Brücke überspannt ist, kam ich dort auch an den Canal Latéral à la Garonne, einer Verlängerung des Canal du Midi, an dessen Ufer ich ziemlich viele Kilometer entlangging.

Kurze Zeit später, am selben Tag, erlebte ich ein ziemlich starkes Gewitter, allerdings unter einem Vordach und daher im Trockenen. Nach einer Stunde war es vorbei und die Sonne kam wieder heraus. Und dann sah es so aus:

Ich habe dann auch nicht mehr gezeltet. Meistens war es morgens sehr nebelig und es sah so aus, hier zum Beispiel in Auvillar:

Wenn der Nebel dann der Sonne gewichen war, wurde es einfach wunderbar.

Einer meiner persönlichen Höhepunkte war der Morgen in Lectoure. Ich bekam, zusammen mit ein paar anderen Wanderern, eine Führung auf den Kirchturm, von dem aus wir den Sonnenaufgang und ein paar spektakuläre Ansichten der Landschaft bekamen. Von dort aus konnte ich zum ersten Mal auf dieser Wanderung die Pyrenäen sehen.

La Romieu war das nächste Highlight am Weg, eine richtig alte Anlage, schön ruhig, recht gut erhalten und dazu viele Katzen, echte wie künstliche….

Und auch, wenn Ihr jetzt grinsen müsst: Der nächste größere Ort war dann Condom!

Vor dort, bzw. aus der Nähe kommen die vier Musketiere, die natürlich auch ein Denkmal haben:

Und noch viele andere schöne Orte lagen am Weg. Vieles habe ich nicht fotografiert, weil es irgendwann genug ist und langweilig wird.

Das architektonische Mittelalter ist tatsächlich überall und es ist schön, von Zeit zu Zeit darin einzutauchen, wie zum Beispiel hier in Larresingle, mit einem fünf Kilometer-Umweg.

Und so sahen meistens die Wege aus, die durch den Wald führten: Matschig und sehr schwer zu gehen. Aber mein Weg nach St. Jean war ja auch fast zu Ende…..

Das Wetter war besonders schön, nur Mongens war es ziemlich nass und nebelig. Aber so manch schöner Himmel ist mir begegnet.

Den Besuch in Chateau d’Orion jedoch wollte ich nicht auslassen, besonders weil ich dort zu einem Konzert eingeladen war.

Mit dem Blick in die Pyrenäen, neben der riesigen Platane stehend….

Und bei diesem schönen Wetter mit ca. 25° C machte ich einen Ausflug nach Canfranc…

… und besichtigte bei dieser Gelegenheit auch den kleinen Ort Lescun in den Pyrenäen, von dem man ein wundervolles Bergpanorama geniessen kann.

Und dann ging es noch die letzten zwei Tage durch das Baskenland, das mich mit schönen Häusern und Schafskäse sehr reizt.

Und dann erreichte ich St. Jean Pied de Port und machte noch ein Selfie anlässlich der Tatsache, dass ich den ganzen Weg geschafft hatte. Ich bin keinen Meter gefahren, sondern auf den eigenen Beinen über 1100 Kilometer durch Frankreich gelaufen. Ich bin durchaus etwas stolz darauf. Vor allem habe ich meine positive Beziehung zu Frankreich auf eine neue Ebene gestellt. Und kann jedem nur empfehlen, sich Frankreich abseits der touristischen Attraktionen genauer anzusehen.

Ich freue mich bereits jetzt darauf, wieder nach Frankreich zu kommen, zu Fuß oder mit dem Motorrad. Vielleicht habe ich dann einmal eine Begleitung, mit der ich über all das reden kann, was ich so sehe und erlebe. Das hat mir diesmal gefehlt. Schön war es trotzdem! Und erst das Laufen…..

Frankreich 3

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