Übrigens….

Ich bin wieder unterwegs. Darum habe ich mich in den letzten zwei Wochen gar nicht mehr gerührt. Bei mir machte sich das Gefühl breit, dass ich mich wieder auf den Weg machen sollte. In Bewegung bleiben, nicht auf der Stelle treten. Und eigentlich hätte es ja noch ein Stück PCT werden sollen.

Diese Idee kollidierte nun allerdings heftig mit meiner Vernunft, der ich vielleicht zu viel Macht in meinem Leben gebe. Und ein bisschen habe ich ja auch den damit einhergehenden Aufwand gescheut, auch die Kosten. Gleichzeitig wäre es aber auch nicht gegangen, durch die Lüneburger Heide oder den Harz zu wandern. So wurde es Frankreich!

Also bin ich nun auf einem Weg, den ich schon lange gehen wollte. Es ist der Jakobsweg von Genf quer durch Frankreich, über Le Puy-en-Velay bis St. Jean an den Pyrenäen, wo er zum Camino Frances wird, der durch Spanien bis nach Santiago de Compostella führt. Ich sage aber lieber, dass ich auf dem GR 65 laufe. Das ist zwar dasselbe, ist jedoch frei von religiösen Assoziationen oder Motiven und passt daher besser zu mir.

Es tut mir gut, unterwegs zu sein. Und es ist ganz anders als auf dem PCT, obwohl der Weg manchmal sehr ähnlich ist. Aber es hat sich etwas in mir verändert, ich kann es aber noch nicht beschreiben. Ich merkte es am vergangenen Sonntag in Le Puy. Den Tag vorher hatte ich 45 km gemacht. Völlig verrückt und nicht wirklich gewollt oder so geplant. Jedenfalls kam ich ziemlich platt in der Stadt an und fand eine Bleibe gegenüber dem Bahnhof. Ich war mir nicht sicher, ob ich am Folgetag würde laufen können.

Aber als ich erst einmal auf den Beinen stand, entschloß ich mich für eine Stadtbesichtigung, zu der ich meine ganze Ausrüstung mitnahm. Und nachdem ich die Kathedrale und die übergroße Marienstatue besichtigt hatte, spürte ich die Lust, wieder auf dem Weg zu sein, mit einer Intensität und einem Glücksgefühl, welches mir fast den Atem nahm. Natürlich taten die Füße weh, besonders die Fersen, aber auch die Knie. Und trotzdem musste ich mich wieder aufmachen. Und tat es auch. Weitere 24 km habe ich mit diesem guten Gefühl gemacht.

Und es scheint viel weniger um ein Ziel zu gehen als mehr um das Laufen an sich. Vielleicht finde ich in den kommenden Tagen ein paar klare Gedanken dazu. Die teile ich dann gerne mit Euch.

Übrigens….

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