Der Ex-Fotograf

Wann immer ich während des PCT auf meinen Beruf angesprochen worden bin, habe ich gesagt, dass ich in meinem früheren Leben Fotograf gewesen bin. Zum ersten Mal hatte ich das in der Klinik gesagt, während der Vorstellung bei der Oberärztin. Damals war das noch ein revolutionärer Moment gewesen. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass es die richtige Erkenntnis ist.

Und doch: Ich kann nicht aufhören, wie ein Fotograf zu sehen. Und das scheint sogar sichtbar zu werden, auch wenn ich zum Fotografieren nur mein Telefon benutzt habe. Ich dagegen stehe da und bin recht unzufrieden mit den wenigen Bildern, die ich während des PCT mit meiner kleinen Kamera gemacht habe. Und bin unsicher, ob man diesen Bildern den Fotografen noch ansehen kann. Gerne würde ich beim Betrachten eine Spur von dem fühlen, was ich in dem Moment erlebte, als ich die Bilder machte. Es sind ja nur Erinnerungen an kurze Momente der Wanderung und es ist möglich, dass das beim unbeteiligten Betrachter nicht ankommt.

Aber natürlich kann ich keine Bilder zeigen, ohne wenigstens vorher darauf geschaut zu haben und eventuell notwendige Korrekturen am Rechner gemacht zu haben. Ich habe hier mein Laptop als Arbeitsgerät zur Verfügung. Leider hat das Gerät einen schweren Schaden, der dazu führt, dass der Rechner meist mehrfach am Tag abstürzt. Das neu aufgespieltes Betriebssystem hat den Fehler nicht behoben, hat aber mit sich gebracht, dass ich meinen Photoshop nicht mehr zur Verfügung habe – die DVD mit dem Programm liegt in irgendeinem Karton auf dem Dachboden in der Nähe von Würzburg.

Nun habe ich mir mit einer Demoversion beholfen und ein paar Bilder aufbereitet. Und merke, dass ich unglücklich damit bin. Ich habe – für einen Fotografen – viel zu wenig fotografiert. Und das, was ich gemacht habe, scheint mir nicht wert zu sein, gezeigt zu werden. Trotzdem zeige ich sie Euch hier, als kleine Impressionen eines Stück PCT – denn ich habe nur in den ersten drei Wochen mit der Kamera fotografiert, danach wegen des Blog nur noch mit dem Telefon.

Hier sind sie nun:

Auf dem Hinflug: Packeis auf dem Nordatlantik, im Hintergrund sieht man Grönland

Am Beginn des PCT: Die Mauer an der Grenze zu Mexico

Auf der ersten Höhe

Der Blick über eine Straße – wegen der Dimensionen!

Blick Richtung Norden, zum „Desert“

Eine der vielen Eidechsen, die meinen Weg gekreuzt haben

Blick nach Westen, vom Zelt aus….

Am nächsten Morgen, vom Zelt aus, nach Osten….

Kurz vor der Brücke, in der Nähe von Julian, CA.

Trockenes Land und ein Weg

Kaktusblüten

Am Abend

Beim Aufstieg auf den Mount Jacinto

Berge und Wüste

Windräder, nur ein paar…

Auf dem Weg nach Aqua Dulce Frisches Grün, (noch) nicht verbrannt Wieder abseits der Zivilisation

Die Ebene kurz vor Warner Springs

Schwefelsee im Lassen Nationalpark, an meinem Geburtstag, dem letzten ganzen Tag meines Weges

Beim Start in San Francisco

Heimwärts….

Wer von Euch nun erwartet hat, einen vollständigen Abriss meiner Wanderung vorzufinden, den muss ich leider enttäuschen. Die Bilder sind nicht einmal vollständig chronologisch geordnet. Ich habe einfach die Bilder ausgewählt, die mir gelungen erscheinen und mir etwas bedeuten. Vielleicht gefallen Sie euch trotzdem?

Der Ex-Fotograf

5 Gedanken zu „Der Ex-Fotograf

  • 13. Oktober 2017 um 23:06
    Permalink

    Lieber Matthias,

    ich lese gerade Deine Texte und sie berühren mich. Ich wünschte, Du könntest Dich selbst so wahrnehmen, wie ich Dich gerade wahrnehme… Ich sehe in Deinen Bildern den Fotografen und genieße sie sehr. Ich verbinde damit keinerlei Erinnerungen, weil ich solche Landschaften noch nie real erlebt habe. Ich sehe darin Schönheit und den liebevollen – manchmal eher schelmischen Blick, manchmal staunenden Blick eines Kindes. Und nur mit diesem Blick kann ein Mensch Künstler sein, Schönheit sehen, Liebe geben und empfangen. Deine Briefe an den kleinen Matthias sind wunderschön. Du hast so viel Liebe in Dir. Du bist genau so, wie Du bist vollkommen!
    Ist Dir aufgefallen, dass sich das, worauf Du schaust, verändert – je nach dem, mit welchen Gedanken und Stimmungen Du darauf schaust? Magst Du mal probieren, in den Spiegel zu schauen, bewusst zu atmen und zu sagen. „Ich bin wunderbar, ein Ausdruck der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst?“ Vielleicht magst Du mal spüren, wie wahr das ist?
    Beim Lesen Deiner Texte ist immer wieder der Gedanke da gewesen: Mache ein Buch daraus. Lasse den Titel bestehen, so dass es nicht primär um den PCT geht, sondern um einen Menschen auf seinem persönlichen Weg zu sich selbst. Es sind immer mehr Menschen genau auf diesem Weg. Ich erkenne mich mit meiner Art und meinem Weg in so vielen Gedanken, Erkenntnissen, Zweifeln, Erfahrungen wieder und staune, wie verschieden Wege auch sind, das Ziel ist immer das gleiche: das Ankommen bei sich selbst, an der Quelle, aus der das eigene Leben fließt, und die nichts anderes ist als die Liebe selbst.
    Ich danke Dir, für alle Deine Erlebnisse und Erfahrungen, an denen ich teilnehmen darf, und für die Verbundenheit, die ich dadurch empfinde.

    Hast Du schon einmal etwas über Hochsensibilität gehört oder gelesen? Vielleicht wäre das eine Antwort für Dich? (zum Beispiel: http://www.hochsensibel.org)

    Ich werde Dich weiter begleiten und wünsche Dir von Herzen alles Gute und Vertrauen in das Potential, was Dir für dieses Leben mitgegeben wurde. Folge der Stimme Deines Herzens. Mehr ist nicht nötig.

    Liebe Grüße, Dorothea aus Würzburg.

    Antworten
  • 16. August 2017 um 20:59
    Permalink

    Matthias, das sind doch Bilder deines Weges. Erinnerungen füllen deine Betrachtung der Bilder. Wir sehen die Bilder und denken uns: da will ich auch sein.
    Mich erfreuen deine Bilder. Danke dafür.

    Gruß Marcel.

    Antworten
  • 25. Juli 2017 um 21:15
    Permalink

    Ich finde die Fotos sehr gelungen! Ohne wenn und aber! Jawohl Jawohl.

    Antworten
  • 24. Juli 2017 um 16:32
    Permalink

    Hi Matthias,
    ich checke grad mal wieder deine gesammelten Werke und stoße natürlich auf deine Bilder. Seehr schön und geben mir auch ein bisschen was ab von deinem Fernweh.
    Herzliche Grüße, Volker

    Antworten
  • 23. Juli 2017 um 12:49
    Permalink

    Danke für die schönen Bilder!!!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.