Zehn Tage

Jetzt habe ich zwei Tage lang nicht geschrieben. Natürlich gibt es dafür Gründe. Teilweise hatte ich überhaupt keinen Empfang. Der Hauptgrund aber lautet: Ich laufe den ganzen Tag!

Es passiert eigentlich nichts Aufregendes, das es wirklich wert wäre, dass ich darüber berichte. Oder vielleicht doch? Heute ist der zehnte Tag, an dem ich auf dem PCT bin. Ich bin in dieser Zeit knapp 145 Meilen gelaufen, das sind etwa 220 km. Ich habe sehr viele Ansichten der Wüste gesehen. Mir ist weder eine Klapperschlange, noch ein Puma oder Bär begegnet. Mir sind ganz viele Menschen begegnet, mit denen ich freundlich geplaudert habe.

Ich könnte vom Wasser berichten! Wasser ist hier das allerwichtigste. Ich habe oft Sorge, dass es nicht reicht, ehe ich eine erneute Wasserquelle erreiche. Dann bleibt dafür die Sauberkeit des Körpers ein bisschen auf der Strecke. Ich mag mich aber nicht riechen und die ständig schmutzigen Finger gehen mir auf die Nerven. Ich sehne mich nach einer Dusche oder Badewanne!

Das Wasser kommt manchmal aus einem Bach, aber auch aus großen Tanks oder kleinen Kanistern, je nachdem, was auf dem Weg angeboten wird. Es muss fast immer gefiltert werden, ehe man es trinken kann. Im Großen und Ganzen klappt es alles sehr gut.

Heute bin ich relativ spät in Gang gekommen. Es war erst gegen 8:00 Uhr, als ich mich wieder auf den Weg machte. Vorher hatte ich ein warmes Frühstück gekocht und meine ganzen Sachen wieder geordnet. Mittags habe ich dann eine Pause am Weg gemacht, habe mir ein Reisgericht gekocht und dann fast eine Stunde geschlafen. Das tat mir gut, ich konnte danach wieder relativ erfrischt laufen. Das Wetter war heute eher schwül. Erst jetzt, gegen Abend, hat es wieder aufgeklärt. Der böige Wind ist allerdings geblieben.

Gegen Abend werde ich regelmäßig immer ziemlich schlapp. Ich schleppe mich dann ein bisschen den Berg rauf und bin froh, wenn ich mich für einen Platz entscheide, an dem ich das Zelt aufbauen will. Auffallend sind die besonders kalten Finger. Ich werte das als Zeichen, dass die Energie verbraucht ist und es Zeit ist, mit dem Laufen aufzuhören. Heute gab es kein warmes Abendessen, stattdessen habe ich Nüsse geknabbert und mich dann ins Zelt zurückgezogen.

Morgen werde ich dann Paradise Valley Cafe erreichen, ein Muss für PCT-Hiker. Dort wird es sicher mal wieder etwas anderes zu essen geben, und ich denke, dass ich dort auch meine Wasserflaschen erneut auffüllen werde. Danach geht es aufwärts bis über 8000 Fuß Höhe, also gut 2500 m. Die Anstiege sind das Schwerste!Mal sehen, wie es wird.

Zehn Tage

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