Zweiundzwanzig

Zweiundzwanzig Meilen weiter! Ich bin gestern vor 6:00 Uhr aufgestanden, tatsächlich in Sorge, ob das Zelt den Böen standhalten würde. Eine Zeltschnur war gerissen! Und da der Wind auch das Kochen nicht zuließ, machte ich mich ohne Frühstück auf den Weg. Nach vier Meilen konnte ich an einem Wasservorrat meine Wasserflaschen wieder auffüllen und wanderte weiter. Es war eigentlich gegen meinen Vorsatz, ohne Frühstück zu laufen! Bei diesem böigen Wind jedoch gab es keine Alternative.

Ich habe mehrmals angehalten, um ein kleines bisschen Nahrung zu mir zu nehmen. Aber ich hatte genug Wasser, was mich sehr beruhigt hat. Das Laufen ging recht gut, nur der böige Wind, der sehr kalt war, ging mir ein bisschen auf die Nerven. Und ich war müde nach dieser Nacht, in der ich wegen des Windes so wenig geschlafen hatte.

Es ging meistens bergab und so war es leicht zu laufen. Ich hatte mir vorgenommen, bis Warner Springs zu gehen, ein ehrgeiziges Vorhaben, zumal ich nicht sicher war, ob ich dabei nicht ein bisschen übertreibe. Und als ich merkte, dass ich sehr sehr müde war, habe ich mich einfach ins Gras gelegt und versucht zu schlafen. Und das ging, obwohl der Wind tatsächlich sehr kalt war.

Als es mir dann zu kalt wurde, lief ich weiter, in dem Bewusstsein, dass noch sechs Meilen zu laufen waren. Das wurde mir dann doch lang, obwohl ich durch eine wunderschöne Landschaft kam, von der ich zwei Bilder hier zeige. Auf diesem Stück verlor ich meine Lesebrille.

In Warner Springs war ich dann doch ziemlich fertig. Besonders das Fehlen der Lesebrille drückt auf meine Stimmung. Hier ist ein großes Lager, in dem sicher dreißig bis vierzig Wanderer übernachten. Das Duschen wird mit einem Eimer durchgeführt, man seift sich ein und übergießt sich mit warmen Wasser. Das habe ich gestern Abend noch gemacht und meine Wäsche gewaschen. Danach gab es erneut Nudeln, die mir ganz gut schmeckten. Zu mehr war ich allerdings auch nicht mehr fähig. Besonders nicht zu gesellschaftlichem Smalltalk, zumal in der mich noch immer ziemlich anstrengenden englischen Sprache.

Heute ist es gleich wieder ganz anders. Die Nacht war relativ ruhig, trotz der vielen Menschen. Und morgens gab es gleich den Höhepunkt, dass meine Brille gefunden worden war. Ich war unglaublich erleichtert, sie wieder zu haben. Mit den Findern bin ich dann frühstücken gegangen und kann jetzt ziemlich entspannt an die Planung des Tages gehen. Ich werde wohl noch ein Lunch einnehmen, dann meine Sachen packen und weitergehen. Heute werden es keine zwanzig Meilen, das lässt der jetzt eher kurze Nachmittag nicht zu. Aber vielleicht schaffe ich zehn Meilen. Ich bin ja nicht in Eile.

Zweiundzwanzig

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