Geschafft!

Es geht voran:

Ein bisschen habe ich mich ja schon an die Momente erinnert gefühlt, als ich vor vielen Jahren mit Beklommenheit am „Grenzübergang“ Friedrichstrasse in Berlin oder einem anderen Übergang stand und in die DDR einreisen wollte – gegen 25 DM Zwangsumtausch und intensive Gesichts- und Gepäckkontrollen. Wenn man in das amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt möchte, um das Interview für das Visum zu bestehen, ist es irgendwie ähnlich. Man steht oft in einer Schlange und wartet, wird von kritisch blickenden Menschen angesehen und passt furchtbar auf, nur ja nichts falsch zu machen. Aber es ist natürlich auch lockerer, freundlicher von der Atmosphäre und den verwendeten Farben. Nur der farbige Sicherheitsmann schlug einen äußerst barschen Ton an, jedenfalls gegenüber der Person vor mir, die irgend etwas falsch gemacht hatte. Insofern war ich im Vorteil, weil ich mir einfach alles abgeschaut habe. Verstanden hätte ich den Wachmann wohl nicht – bei dem Slang!

Schlange stehen, dann freundlich zum Schalter gehen, englisch reden…. Alles ging ohne Probleme ab. Am Schalter, an dem das Interview stattfinden würde, war vor mir eine jüngere Frau. Sie war längere Zeit mit dem Schalterbeamten hinter dem Glas am diskutieren. Und soweit ich es aus der Mimik und der Gestik ablesen konnte, war es keine wirklich entspannte oder freundliche Unterhaltung, zumal die Frau mehrfach den Begriff „german standards“ benutzte und es schien, als ob sie in einem Disput gelandet war, denn der Schalterbeamte verzog sich dann einige Minuten nach hinten. Und ich stand da und fürchtete, genau an diesen Schalter gerufen zu werden und einen ziemlich verstimmten Typ vor mir zu haben, der dann auch noch eine mich deutlich überfordernde Unterhaltung auf Englisch mit mir zu führen gedachte. Die Angst hatte wieder zugeschlagen. Und wie es so ist im Leben, wurde ich genau an diesen Schalter gerufen.

Nachdem ich ihm meinen Pass unter der Scheibe durchgeschoben hatte, fragte er mich in Englisch, ob ich das Interview in dieser Sprache oder auf Deutsch führen wolle. Und ich war einfach mutig und sagte ihm auf Englisch, dass ich es ja üben müsse und wir es auf Englisch versuchen würden. Die erste Frage war nach meinem Grund für den Besuch in den USA, die ich wahrheitsgemäß beantwortete. Und ich machte eine überraschende Entdeckung: Wann immer ich auf die Frage antwortete, was denn mein Grund für den Besuch der USA wäre und ich den PCT erwähnte, wurden alle schlagartig freundlich. Ich wurde mit der Frage konfrontiert, wann ich den den Appalachian Trail zu wandern beabsichtigte, von wo ich starten würde und mir wurde Glück gewünscht. Irgendwie war es wie eine freundschaftliche Eintrittskarte. Und von wegen verstimmt: Der Amerikaner wurde total freundlich und interessiert, fragte nur noch zwei Fragen und entließ mich dann mit dem Hinweis, dass mir der Pass mit dem Visum innerhalb weniger Tage per Post zugesandt werden würde. Ich habe sicher nicht mehr als zwei Minuten dort gestanden, während die Frau vor mir etwa 15 Minuten dort dikutiert hatte.

Und nun ist es da! Zehn Jahre gültig für mehrfache Einreisen. Also kann ich den Appalachian Trail auch schon planen…..

Geschafft!

2 Gedanken zu „Geschafft!

  • 22. Januar 2017 um 6:18
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    Suuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuupi…freu mich voll für Dich. Habt Dir doch auch ganz doll die Daumen gedrückt für diesen Termin 🙂

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