Mühe

der-weg

Manchmal ist es beschwerlich. Schwer, den Mut und die Kraft zu finden, den gewünschten Weg weiter zu gehen oder daran zu glauben. Mir ist genau das gerade passiert.

Dieses Bild habe ich für mich gemalt. Es ist meine Assoziation „Wüste“, durch die der Weg führt und die ich mir ziemlich faszinierend vorstelle. Sie verspricht flirrende Hitze, Stille, trockene Luft, das Geräusch von Zikaden und das Bewußtsein, wie wertvoll eine Flasche Wasser sein kann. Das Bild hat mir mit seinen warmen Farben viel Kraft gegeben und hing immer an besonders präsenter Stelle, sodass ich es stets im Auge haben konnte.

Und dann passiert etwas und all das Gute und Mut machende ist dahin. Es geschah in der Therapie und die Wirkung war so vernichtend, wie ich sie, zumindest in dieser Klarheit, noch nicht erlebt hatte. Es fühlte sich an wie meine öffentliche Hinrichtung. Und neben vielen Bausteinen, aus denen dieser Absturz bestand, war wohl der am Gravierendsten, der immer sagt: Du bist nicht gut genug, Du hast gar kein Recht zu existieren! Und nahm mir jegliche Kraft, den Mut zum Weiterleben und den Willen, mich weiter zu bemühen und für mich einzusetzen. Das ist nun bereits zwei Wochen her und noch immer schwingt es im täglichen Leben mit.

Und doch will ich nicht aufgeben. Darum hängt das Bild nun in meinem Zimmer, dicht am Fenster, sodass das Tageslicht es immer neu zum leuchten bringt – wenn es gerade richtiges Licht gibt. Heute fällt hier Schnee und Regen in steter Abwechslung und alles ist nass und grau. Aber es ist wieder etwas Antrieb da, meinem Ziel näher zu kommen. Inzwischen ist der neue Pass beantragt, ohne den ich ja kein Visum für die USA erhalten kann. Das wird dann der nächste Schritt sein. Und ich erlebte es schon ziemlich befremdlich, wenn ich als Fotograf das automatische Foto-Terminal der Meldestelle in Anspruch nehme, um ein biometrisches Passbild zu erhalten und dann noch um meine Fingerabdrücke gebeten werde! Aber ich habe einfach nicht länger darüber nachgedacht, habe es einfach erledigt und mich freundlich mit der Sachbearbeiterin unterhalten. Und in drei Wochen habe ich einen neuen Pass….

Und so arbeite ich mich langsam wieder hoch und meinem Ziel näher heran. Lese, recherchiere im Netz und unterhalte mich mit vielen Menschen. Auf das die Mühe wieder weniger wird und die Kraft mehr, deutlich mehr. Und in der Ferne leuchtet schon die Vorfreude!

Mühe

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